CNC-Angebot kalkulieren: vom Zerspanvolumen zum Stückpreis
CNC-Angebot transparent vorkalkulieren: Bearbeitungszeit aus Volumen und Abtragsleistung, Material, Werkzeug, Qualität, Rüsten, Programmierung, Gemeinkosten und Marge.
Dieser Rechner verbindet technische Bearbeitung und kaufmännisches Angebot: Zerspanvolumen wird zur Maschinenzeit, direkte Kosten und Losanteile werden zu Selbstkosten, die gewünschte Marge zum Stück- und Auftragswert.
Die verwendeten Formeln
tH = V ÷ (Q × η) + tNBearbeitungszeit
Zerspanvolumen V, Zeitspanungsvolumen Q, Nutzungsgrad η und Nebenzeit tN.
KM = tH ÷ 60 × MaschinenstundensatzMaschinenkosten
Die kalkulierte Bearbeitungszeit wird mit dem betrieblichen Satz bewertet.
SK = (Einzelkosten + Rüst-/Einmalkosten je Teil) × (1 + GK)Selbstkosten
Gemeinkosten werden auf die vollständige Kostenbasis aufgeschlagen.
AP = SK ÷ (1 − Marge)Angebotspreis
Die Marge wird vom Verkaufspreis gerechnet, nicht als einfacher Aufschlag.
Frästeil mit 48 cm³ Zerspanvolumen, Losgröße 25
Q = 24 cm³/min, 70 % Nutzungsgrad, 3 min Nebenzeit, 85 €/h Maschine, 18 min Rüsten und 120 € Programmierung.
- Haupt- und Nebenzeit = 48 ÷ (24 × 0,70) + 35,86 min
- Maschinenkosten = 5,86 ÷ 60 × 85 €8,30 €
- Rüstanteil = 18 ÷ 60 × 85 € ÷ 251,02 €
- Programmieranteil = 120 € ÷ 254,80 €
- Material, Werkzeug und Prüfung16,50 €
ErgebnisDie technische Kostenbasis liegt vor Gemeinkosten und Marge bei 30,62 € je Teil.
Der Rechner zeigt zusätzlich Gemeinkosten, Selbstkosten, Marge, Stückpreis und Auftragswert. Für Staffelpreise einfach die Losgröße ändern.
Welche Kosten in eine CNC-Vorkalkulation gehören
Eine sinnvolle Eingabereihenfolge trennt technische Mengen, direkte Kosten und betriebliche Zuschläge.
| Kostenblock | Typische Inhalte | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Technische Zeit | Hauptzeit, Werkzeugwechsel, Messen, Handling | Minuten je Teil |
| Material | Rohmaterial, Zuschnitt, Verschnitt | Euro je Teil |
| Werkzeuge | Standmengenanteil, Sonderwerkzeug | Euro je Teil |
| Qualität / extern | Prüfung, Zeugnisse, Wärme- und Oberfläche | Euro je Teil |
| Rüsten / Programmieren | Maschine einrichten, CAM, Vorrichtung | Einmalig je Los |
| Gemeinkosten / Marge | Verwaltung, Vertrieb, Risiko, Ergebnis | Prozentual |
Betriebliche Kalkulationsschemata können Zuschläge anders verteilen. Entscheidend ist, dass kein Kostenblock doppelt oder gar nicht angesetzt wird.
Ein Preis ist nur so belastbar wie seine Annahmen
Die Vorkalkulation macht jeden Kostenblock sichtbar. Für ein freigabefähiges Angebot müssen STEP-Geometrie, Zeichnungsanforderungen, Arbeitsfolge, Maschinenprofil, Beschaffung und kaufmännische Konditionen zusammenpassen.
Wie kalkuliert man ein CNC-Angebot?
Zuerst wird das Zerspanvolumen über die realistische Abtragsleistung in Hauptzeit übersetzt. Dazu kommen Nebenzeit, Material, Werkzeuge, Qualität, Fremdleistungen, Rüst- und Einmalkosten. Gemeinkosten und Marge führen anschließend zum Angebotspreis.
Warum wird das Zeitspanungsvolumen eingegeben?
Zerspanvolumen und erreichbares Zeitspanungsvolumen machen die Maschinenzeit nachvollziehbar. Der Nutzungsgrad berücksichtigt, dass die theoretische Abtragsleistung durch An- und Abfahrwege, Zustellungen und Werkzeugwechsel nicht dauerhaft erreicht wird.
Was gehört zu den Einmalkosten?
Typische Einmalkosten sind CAM-Programmierung, Vorrichtungsplanung, Prüfplanung und Dokumentation. Im Rechner werden sie durch die Losgröße geteilt, damit ihr Anteil je Teil sichtbar bleibt.
Wie unterscheidet sich Selbstkostenpreis und Angebotspreis?
Der Selbstkostenpreis deckt Einzel- und Gemeinkosten. Der Angebotspreis enthält zusätzlich die gewünschte Marge. Skonto, Rabatt, Risiko- oder Vertriebskonditionen müssen gegebenenfalls separat berücksichtigt werden.
Kann der Rechner ein verbindliches Angebot erzeugen?
Nein. Er liefert eine transparente Vorkalkulation. Zeichnungstoleranzen, Prüfaufwand, Beschichtung, Liefertermin, Mindestmengen, Materialzeugnisse und betriebsspezifische Regeln müssen fachlich ergänzt und freigegeben werden.
Passende Rechner und Fachseiten
Aus einem Rechenwert wird noch kein Angebot.
Der Rechner zeigt den Rechenweg für „CNC-Angebot kalkulieren: vom Zerspanvolumen zum Stückpreis“. In der Kalkulation kommen Geometrie, Zeichnungsanforderungen, Maschinenprofil und betriebliche Kostensätze hinzu – mit sichtbaren Annahmen statt einer einzelnen Zahl.