Schnittdaten Drehen berechnen: Drehzahl, Vorschub, Q und Zeit

Schnittdaten fürs Drehen berechnen: Drehzahl am Werkstückdurchmesser inklusive Drehzahlbegrenzung, Vorschubgeschwindigkeit, Zeitspanungsvolumen, Antriebsleistung und Schnittzeit je Überlauf.

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Beim Drehen wird die Drehzahl aus dem Durchmesser an der Schneide berechnet: n = (vc × 1000) ÷ (π × d). Vorschubgeschwindigkeit, Zeitspanungsvolumen, Leistungsbedarf und Schnittzeit je Überlauf folgen daraus direkt – inklusive Begrenzung durch die maximale Spindeldrehzahl.

Schnittdaten Drehen berechnen

Drehzahl am Werkstückdurchmesser, Vorschub, Abtrag und Schnittzeit

Ergebnis wird bei jeder Eingabe aktualisiert.
Rechenweg

Die verwendeten Formeln

n = (vc × 1000) ÷ (π × d)

Drehzahl am Durchmesser

d ist der Durchmesser an der Schneide, nicht der Fertigdurchmesser.

vf = n × f

Vorschubgeschwindigkeit

Der Vorschub je Umdrehung wird mit der Drehzahl multipliziert.

Q = vc × ap × f

Zeitspanungsvolumen

Beim Drehen direkt aus Schnittgeschwindigkeit, Schnitttiefe und Vorschub in cm³/min.

t = L ÷ vf

Schnittzeit je Überlauf

Die Drehlänge geteilt durch die Vorschubgeschwindigkeit.

Beispielrechnung

Längsdrehen Ø 60 mm in Baustahl

vc 220 m/min, f 0,25 mm/U, ap 2,5 mm, Drehlänge 120 mm, kc 1.700 N/mm², Drehzahlbegrenzung 4.000 1/min.

  1. Drehzahl n = 220 × 1000 ÷ (π × 60)1.167 1/min
  2. Vorschubgeschwindigkeit vf = 1.167 × 0,25292 mm/min
  3. Schnittzeit je Überlauf = 120 ÷ 2920,41 min
  4. Zeitspanungsvolumen Q = 220 × 2,5 × 0,25137,5 cm³/min
  5. Antriebsleistung = 137,5 × 1.700 ÷ 60.000 ÷ 0,854,58 kW

ErgebnisRund 0,4 Minuten je Überlauf bei 4,6 kW Leistungsbedarf.

Beim Drehen ist die Abtragsleistung deutlich höher als beim Fräsen – hier wird die Spindelleistung tatsächlich relevant.

Orientierung

Startwerte für das Drehen mit Wendeschneidplatten

Anhaltswerte für beschichtete Hartmetallplatten beim Längsdrehen mit Kühlung.

Startwerte für das Drehen mit Wendeschneidplatten. Anhaltswerte für beschichtete Hartmetallplatten beim Längsdrehen mit Kühlung.
Werkstoffvc Schruppen (m/min)vc Schlichten (m/min)f (mm/U)
Aluminium400–1.000600–1.2000,10–0,40
Baustahl S235 / S355180–280250–4000,15–0,45
Vergütungsstahl C45 / 42CrMo4150–250220–3500,15–0,40
Edelstahl 1.4301 / 1.4404120–200180–2800,12–0,35
Grauguss EN-GJL-250150–250200–3200,15–0,40
Titan Ti-6Al-4V50–9070–1200,10–0,25
Messing CuZn250–500350–7000,10–0,35

Beim Schlichten begrenzt die geforderte Oberfläche den Vorschub: Rz ≈ f² ÷ (8 × Eckenradius).

Einordnung

Beim Drehen ändert sich der Durchmesser ständig

Jeder Schnitt verändert den Bezugsdurchmesser und damit die Drehzahl. Für die Zeitkalkulation zählt deshalb der Durchmesserverlauf über alle Überläufe, nicht ein einzelner Rechenwert.

Wie berechnet man Schnittdaten fürs Drehen?

Die Drehzahl folgt aus n = (vc × 1000) ÷ (π × d) mit dem aktuell bearbeiteten Werkstückdurchmesser. Die Vorschubgeschwindigkeit ist vf = n × f, mit dem Vorschub je Umdrehung. Das Zeitspanungsvolumen ergibt sich beim Drehen direkt aus Q = vc × ap × f.

Welcher Durchmesser wird eingesetzt?

Immer der Durchmesser an der Schneide, nicht der Rohteil- oder Fertigdurchmesser. Beim Schruppen von 60 auf 50 mm sinkt die Drehzahl bei konstanter Schnittgeschwindigkeit nicht – sie steigt, weil der Durchmesser kleiner wird.

Was bedeutet G96 gegenüber G97?

G96 hält die Schnittgeschwindigkeit konstant und passt die Drehzahl laufend an den Durchmesser an. G97 arbeitet mit fester Drehzahl. Beim Plandrehen bis zur Mitte ist unter G96 zwingend eine Drehzahlbegrenzung nötig, sonst läuft die Drehzahl gegen das Maschinenmaximum.

Wie hängen Vorschub und Oberfläche zusammen?

Die theoretische Rautiefe beim Drehen ergibt sich näherungsweise aus Rz ≈ f² ÷ (8 × r) mit dem Eckenradius r der Schneide. Ein kleinerer Vorschub oder ein größerer Eckenradius verbessert die Oberfläche – der größere Radius erhöht aber die Passivkraft und damit die Durchbiegung schlanker Teile.

Wie kommt man von den Schnittdaten zur Drehzeit?

Die Schnittzeit je Überlauf ist Drehlänge ÷ Vorschubgeschwindigkeit. Für die Stückzeit werden alle Überläufe, Zustellungen, Werkzeugwechsel, Stangenvorschub, Abstechen und Messen addiert und die Rüstzeit auf die Losgröße verteilt.

Aus einem Rechenwert wird noch kein Angebot.

Der Rechner zeigt den Rechenweg für „Schnittdaten Drehen berechnen: Drehzahl, Vorschub, Q und Zeit“. In der Kalkulation kommen Geometrie, Zeichnungsanforderungen, Maschinenprofil und betriebliche Kostensätze hinzu – mit sichtbaren Annahmen statt einer einzelnen Zahl.

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