Staffelpreise berechnen: Stückpreis über alle Losgrößen
Staffelpreise für CNC-Teile berechnen: Material, Bearbeitungszeit, Rüsten und Einmalaufwand werden getrennt bewertet und automatisch auf Mengen von 1 bis 500 Stück verteilt.
Staffelpreise entstehen dadurch, dass fixe Kosten je Auftrag – Rüsten, Programmieren, Vorrichtung – auf die Losgröße verteilt werden, während Material und Bearbeitungszeit je Stück gleich bleiben. Der Rechner zeigt den Stückpreis für 1 bis 500 Stück in einem Durchgang.
Die verwendeten Formeln
k_var = Material + t × Stundensatz ÷ 60Variable Kosten je Stück
Ändern sich nicht mit der Losgröße.
k_fix = Rüstkosten + EinmalaufwandFixe Kosten je Auftrag
Rüsten, Programmieren, Vorrichtung, Einfahren, Erstmuster.
Selbstkosten = (k_var + k_fix ÷ N) × (1 + GK)Selbstkosten je Stück
Der fixe Anteil wird durch die Losgröße geteilt.
Preis = Selbstkosten ÷ (1 − Marge)Angebotspreis
Die Marge wird vom Verkaufspreis aus gerechnet, nicht aufgeschlagen.
Ein Frästeil über die gesamte Mengenstaffel
18,50 € Material, 24 Minuten Bearbeitung bei 72 €/h, 75 Minuten Rüsten, 180 € Programmieraufwand, 18 % Gemeinkosten, 12 % Zielmarge.
- Variable Kosten je Stück = 18,50 + 24 ÷ 60 × 7247,30 €
- Fixe Kosten = 75 ÷ 60 × 72 + 180270,00 €
- Preis bei 1 Stück425,47 €
- Preis bei 10 Stück99,63 €
- Preis bei 50 Stück70,67 €
- Preis bei 100 Stück67,05 €
- Preis bei 500 Stück64,15 €
ErgebnisZwischen 1 und 500 Stück fällt der Preis um rund 85 Prozent – ausschließlich durch die Verteilung der fixen Anteile.
Die Bearbeitungszeit ist in allen Zeilen identisch. Wer Staffelpreise ohne Angabe der Mengen vergleicht, vergleicht deshalb Unvergleichbares.
Eine Staffel macht die Kostenstruktur sichtbar
Der Verlauf der Staffel verrät mehr über eine Kalkulation als jeder Einzelpreis: Fällt der Preis zu wenig, sind die Fixkosten zu niedrig angesetzt – fällt er zu stark, fehlen variable Anteile.
Wie berechnet man Staffelpreise?
Die Kosten werden in variable und fixe Anteile getrennt. Variabel sind Material und Bearbeitungszeit je Stück, fix sind Rüsten, Programmieren und Vorrichtung je Auftrag. Der Stückpreis ergibt sich aus (variable Kosten + fixe Kosten ÷ Menge) × Gemeinkostenzuschlag ÷ (1 − Marge). Nur der fixe Anteil verändert sich mit der Losgröße.
Warum ist ein Einzelstück so viel teurer?
Weil der komplette Einmalaufwand auf ein Teil entfällt. Bei 75 Minuten Rüstzeit zu 72 €/h und 180 € Programmieraufwand sind das 270 € – auf ein Stück gerechnet 270 €, auf 100 Stück 2,70 €. Die eigentliche Bearbeitung ist in beiden Fällen identisch.
Ab welcher Menge lohnt sich eine Vorrichtung?
Sobald die eingesparte Rüst- und Handlingzeit über die geplante Menge die einmaligen Kosten übersteigt. Die Vorrichtung gehört als eigene Position mit Nutzungsdauer in die Kalkulation, damit sichtbar bleibt, ab welcher Stückzahl sie sich rechnet.
Sollte man dem Kunden die Staffel offenlegen?
Eine Staffel mit nachvollziehbarem Verlauf ist ein Verkaufsargument: Sie zeigt, dass der Preis auf Zeiten und nicht auf Gefühl beruht, und lädt den Kunden ein, eine wirtschaftlichere Menge zu bestellen. Interne Kostensätze müssen dabei nicht offengelegt werden.
Warum sinkt der Preis bei großen Mengen kaum noch?
Weil sich der fixe Anteil bereits fast vollständig verteilt hat. Ab dem Punkt, an dem der Rüstanteil je Stück klein gegenüber den variablen Kosten ist, bestimmen nur noch Material und Bearbeitungszeit den Preis. Weitere Nachlässe sind dann eine kaufmännische Entscheidung, keine Kostenwirkung.
Passende Rechner und Fachseiten
Aus einem Rechenwert wird noch kein Angebot.
Der Rechner zeigt den Rechenweg für „Staffelpreise berechnen: Stückpreis über alle Losgrößen“. In der Kalkulation kommen Geometrie, Zeichnungsanforderungen, Maschinenprofil und betriebliche Kostensätze hinzu – mit sichtbaren Annahmen statt einer einzelnen Zahl.