Nachkalkulation: Soll-Ist-Abweichung und Kostenwirkung berechnen
Nachkalkulation für CNC-Aufträge: geplante und gemeldete Zeiten inklusive Rüstanteil vergleichen und Abweichung, Mehrkosten, Ist-Herstellkosten und Deckungsbeitrag je Stück ermitteln.
Die Nachkalkulation vergleicht Plan- und Ist-Zeit jeweils einschließlich des anteiligen Rüstens. Der Rechner zeigt die relative Abweichung, die Mehr- oder Minderkosten je Stück, die tatsächlichen Herstellkosten, den verbleibenden Deckungsbeitrag und die Wirkung auf den gesamten Auftrag.
Die verwendeten Formeln
t_Plan = t_Stück + t_Rüsten ÷ NPlanzeit je Stück
Der Rüstanteil gehört in beide Seiten des Vergleichs.
Abweichung = (t_Ist − t_Plan) ÷ t_PlanRelative Abweichung
Positive Werte bedeuten Mehraufwand gegenüber der Planung.
Δ Kosten = (t_Ist − t_Plan) ÷ 60 × StundensatzKostenwirkung je Stück
Die Zeitdifferenz wird mit dem Maschinenstundensatz bewertet.
DB = Preis − Material − t_Ist ÷ 60 × StundensatzDeckungsbeitrag je Stück
Was nach den tatsächlichen Herstellkosten übrig bleibt.
Auftrag über 20 Stück mit moderater Zeitüberschreitung
Geplant 24 min je Stück und 75 min Rüsten, gemeldet 27,5 min je Stück und 95 min Rüsten. Stundensatz 72 €/h, Verkaufspreis 58 €, Material 18,50 €.
- Plan je Stück = 24 + 75 ÷ 2027,75 min
- Ist je Stück = 27,5 + 95 ÷ 2032,25 min
- Abweichung = 4,5 ÷ 27,75+16,2 %
- Mehrkosten je Stück = 4,5 ÷ 60 × 725,40 €
- Ist-Herstellkosten = 18,50 + 32,25 ÷ 60 × 7257,20 €
- Deckungsbeitrag je Stück = 58 − 57,200,80 €
ErgebnisDer Auftrag verliert 108 € gegenüber der Planung – vom Deckungsbeitrag bleiben 0,80 € je Stück übrig.
Die Abweichung wirkt klein, frisst den Deckungsbeitrag aber fast vollständig. Genau deshalb ist der Soll-Ist-Vergleich in Geld aussagekräftiger als in Prozent.
Aus der Abweichung wird erst mit Ursache ein Lerneffekt
Eine Zahl allein verbessert keine Kalkulation. Erst die Zuordnung – falsche Annahme, geänderter Prozess, Störung oder Datenfehler – macht aus dem Soll-Ist-Vergleich eine belastbare Korrektur für kommende Angebote.
Was ist eine Nachkalkulation?
Die Nachkalkulation vergleicht die geplanten Werte der Vorkalkulation mit den tatsächlich gemeldeten Zeiten und Kosten eines abgeschlossenen Auftrags. Sie beantwortet zwei Fragen: Wie groß war die Abweichung, und was hat sie den Auftrag gekostet?
Wie berechnet man die Abweichung richtig?
Verglichen wird die Zeit je Stück einschließlich des anteiligen Rüstens: (Ist-Stückzeit + Ist-Rüstzeit ÷ Menge) gegen (Plan-Stückzeit + Plan-Rüstzeit ÷ Menge). Wer nur die Stückzeiten vergleicht, übersieht Rüstabweichungen – gerade bei kleinen Losen der häufigste Grund für Verluste.
Wann sind Soll und Ist überhaupt vergleichbar?
Nur bei gleichem Arbeitsgang, gleicher Maschine, gleicher Bauteilrevision, gleicher Losgröße und gleicher Zeitdefinition. Wenn die Rückmeldung Pausen, Störungen oder Nebenarbeiten enthält, die in der Planzeit nicht vorgesehen waren, vergleicht man zwei verschiedene Dinge.
Was macht man mit dem Ergebnis?
Die Abweichung wird nach Ursache getrennt: falsche Annahme in der Kalkulation, geänderter Prozess, Störung oder Datenfehler in der Rückmeldung. Nur die erste Kategorie rechtfertigt eine Anpassung der Kalkulationsgrundlagen – und auch die erst nach fachlicher Freigabe.
Ab welcher Abweichung sollte man reagieren?
Entscheidend ist nicht ein fester Prozentwert, sondern der Effekt auf den Deckungsbeitrag und die Wiederholhäufigkeit. Eine Abweichung von 15 Prozent bei einem Einzelteil ist verkraftbar; dieselbe Abweichung bei einem Wiederholteil mit 500 Stück im Jahr ist ein systematischer Fehler.
Passende Rechner und Fachseiten
Aus einem Rechenwert wird noch kein Angebot.
Der Rechner zeigt den Rechenweg für „Nachkalkulation: Soll-Ist-Abweichung und Kostenwirkung berechnen“. In der Kalkulation kommen Geometrie, Zeichnungsanforderungen, Maschinenprofil und betriebliche Kostensätze hinzu – mit sichtbaren Annahmen statt einer einzelnen Zahl.